Veröffentlicht am 11.09.2026

Fachkräftemangel in der Pflege: Was die Zahlen zeigen – und wo IT tatsächlich entlasten kann

31.000 offene Stellen, 57 Arbeitslose auf 100 gemeldete Fachkraft-Stellen: Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sprechen eine klare Sprache. Digitalisierung wird oft als Lösung gehandelt – ein ehrlicher Blick zeigt, was IT wirklich leisten kann und was nicht.

Die Zahlen im Überblick

Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im Jahresdurchschnitt 2025 rund 31.000 Stellenangebote in Pflegeberufen gemeldet, davon rund 20.000 für examinierte Pflegefachkräfte. Auf stationäre Pflegeeinrichtungen entfielen dabei rund 20 Prozent der gemeldeten Stellen, auf die ambulante Pflege ebenfalls rund 20 Prozent und auf Krankenhäuser rund 18 Prozent. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation zeigt das Ausmaß der Lücke deutlich: Bei examinierten Pflegefachkräften kamen 57 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen – ein klarer Engpass, da ein rechnerischer Ausgleich erst bei etwa 100 Arbeitslosen je 100 Stellen beginnt. Bei der Pflegeassistenz sieht das Bild dagegen anders aus: Hier kamen 223 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen.

Die Prognosen des Statistischen Bundesamts machen deutlich, dass sich daran ohne Gegensteuern wenig ändern wird. Je nach Szenario fehlen demnach 2034 zwischen rund 90.000 und rund 350.000 Pflegekräften, 2049 zwischen rund 280.000 und rund 690.000. Gleichzeitig wächst die Zahl der Pflegebedürftigen: von 5,0 Millionen Ende 2021 auf je nach Szenario 5,6 bis 6,3 Millionen bis 2035 – mehr zu versorgende Menschen treffen also auf eine wachsende, nicht schrumpfende Fachkräftelücke.

Kann Digitalisierung den Mangel lösen?

Ehrlich gesagt: nein, nicht allein. Das aktuelle Branchen-Jahrbuch 2026 der Fachzeitschrift Altenheim macht eine Zahl deutlich, die zum Nachdenken anregt: Pflegekräfte verbringen demnach mehr als ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation, IT und Organisation – statt mit der eigentlichen Versorgung. Das Jahrbuch warnt sogar ausdrücklich davor, dass digitale Systeme, die nicht durchdacht eingeführt werden, neue Pflichten erzeugen können, ohne echte Entlastung zu bringen. Wer eine neue Software einfach „on top“ auf bestehende Prozesse setzt, löst also eher zusätzlichen Aufwand aus als weniger – ein Muster, das sich in vielen Einrichtungen wiederfindet.

Positive Entwicklung bei der Ausbildung

Ein Lichtblick in den Zahlen: Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 rund 63.900 Menschen eine Pflegeausbildung begonnen – ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (59.400) und bereits der dritte Anstieg in Folge. Rund 35.300 schlossen ihre Ausbildung 2025 erfolgreich ab, insgesamt befanden sich zum Jahresende rund 157.200 Personen in der Pflegeausbildung, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ändert nichts an der Lücke zu den oben genannten Bedarfszahlen, zeigt aber, dass der Trend nicht nur in eine Richtung zeigt.

Wo IT gezielt entlasten kann

Digitalisierung ersetzt keine Fachkraft. Richtig eingeführt, kann sie aber spürbar Zeit zurückgeben, die sonst in administrativen Ballast fließt:

  • Verlässliche IT-Infrastruktur: Jede Minute, die durch Systemausfälle, langsame Netzwerke oder fehlerhafte Geräte verloren geht, fehlt am Bett oder in der Häuslichkeit. Stabiler Betrieb und schneller Support sind deshalb keine Nebensache, sondern direkte Zeitersparnis.
  • Durchdachte Dienstplanung: Software, die Ausfälle, Qualifikationen und Wünsche automatisch abgleicht, reduziert den manuellen Abstimmungsaufwand in der Personaleinsatzplanung – und damit Reibungsverluste, die sonst Leitungskräfte binden.
  • Saubere, integrierte Prozesse: Wenn Dokumentation, Kommunikation und Abrechnung ineinandergreifen statt in Insellösungen zu laufen, entfällt doppelte Dateneingabe – ein häufiger, aber vermeidbarer Zeitfresser.
  • Klare Kommunikationswege: Digitale Kanäle für Rückfragen von Angehörigen oder zwischen Schichten ersetzen Telefonketten und verkürzen Wartezeiten auf Informationen, die für die Versorgung wichtig sind.

Der entscheidende Unterschied liegt also nicht darin, ob digitalisiert wird, sondern wie: Systeme müssen von Anfang an auf echte Entlastung der Mitarbeitenden ausgerichtet sein und in bestehende Abläufe eingebettet werden – nicht zusätzlich draufgesetzt und den Pflegekräften überlassen, sich selbst beizubringen.

Was das für Träger bedeutet

Der Fachkräftemangel in der Pflege lässt sich mit IT nicht wegdigitalisieren. Aber gut eingeführte, aufeinander abgestimmte Systeme können den vorhandenen Fachkräften spürbar Zeit zurückgeben – und das ist angesichts der oben genannten Zahlen keine Kleinigkeit. Wir unterstützen Sozialstationen, Pflegedienste und soziale Träger dabei, IT so aufzusetzen, dass sie im Alltag tatsächlich entlastet statt zusätzliche Arbeit erzeugt – von der Netzwerk- und Serverinfrastruktur über Support bis zur strategischen Beratung.

Quellen

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